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Kinder trödeln. Morgens bevor es in die Kita geht, nachmittags bevor sie zu ihrem Sportkurs oder an die frische Luft müssen und am allerliebsten Abends. Vor dem Schlafengehen finde ich die Zeitschinderei besonders mühsam. Es gibt mindestens Die 10 Verzögerungsstrategien der Kinder vorm Schlafengehen. Kennt ihr? Kennt ihr.

Endlich Feierabend?

Müde vom frühen Aufstehen, nach Terminen am Vormittag und Bespaßungsprogramm am Nachmittag freue ich mich auf meinen Feierabend. Den Kindern fällt dann meistens erst ein, dass sie noch gar nicht fertig sind mit mir und möchten das Schlafengehen auf viel später verschieben. Tatsächlich gibt dieses Problem nicht, wenn ich abends ausgehe. Unser Au Pair hat mich auch mal darum gebeten spätestens nach dem Abendessen und am allerbesten davor, also gegen 18 Uhr das Haus zu verlassen. Dann würden die Kinder besser verstehen, dass ich Abends nicht die Ansprechpartnerin bin und bei meinem Mann oder dem Au Pair praktizieren sie dieses Aufschiebetaktik nicht. Das könnte ich jetzt persönlich nehmen und in Selbstzweifel versinken, aber in Wirklichkeit ist es doch so: Das ganze Theater ist der ultimative Liebesbeweis und ich bilde mir ein, dass sie einfach unglaublich gerne Zeit mit mir verbringen…

Die 10 Verzögerungsstrategien der Kinder vorm Schlafengehen

Gegen 19 Uhr werden Schlafanzüge angezogen und Zähne geputzt. Anschließend gibt es eine Gute-Nacht-Geschichte, die sich die Kinder im Wechsel aussuchen können. Danach bringe ich jeden in sein Bett und das Drama beginnt wenige Minuten später:

  1. Mama, weißt du was XY heute gemacht hat?
  2. Mama, kann ich noch Wasser haben?
  3. Mama, ich bin fast eingeschlafen, aber XY ärgert mich/macht die ganze Zeit Quatsch.
  4. Mama, kannst du mich noch kuscheln?
  5. Mama, ich muss Pipi.
  6. Mama, kann ich ein anderes Kissen haben? Das hier ist nicht so kuschelig.
  7. Mama, mir ist kalt/warm. (jahrezeitenabhängig)
  8. Mama, wann ist Wochenende? 
  9. Mama, ich glaube ich werde krank.
  10. Mama, was machst du?

Jedes Kind hat seinen Schwerpunkt bei seiner Verzögerungstaktik. Der Älteste braucht immer viel Wasser und möchte oft ganz kurz noch was erzählen, der Zweite will ständig gekuschelt werden und braucht kuschelige Kissen und eine noch kuscheligere Decke, die Dritte will immer wissen, was ich gerade mache und besuchte uns mehrmals am Abend im Wohnzimmer. Was mache ich dagegen? Eine zeitlang habe das Spiel geduldig mitgespielt, weil ich dachte, die armen Kinder hätten wegen der ganzen Geschwister einen Liebesmangel und ich müsse da durch. Mir fiel aber auf, je mehr Zeit ich abends mit ihnen verbrachte, desto mehr Aufmerksamkeit wollten sie am nächsten Abend. Eine Abwärtsspirale quasi… Irgendwann fühlte ich mich sowas von veräppelt und reduzierte die Zeit und das Kuscheln und das Wasser bringen und die Endlosgespräche.

Was wir dagegen machen

Es läuft jetzt wie folgt ab: Jeder bekommt eine Runde Wasser. Wer mehr Wasser braucht, darf es sich selber aus seinem Bad holen. Danach drehe ich eine Kuschel- und Gesprächsrunde und frage jeden, ob er gemütlich liegt. Zum Schluß Verabschiedung und wenn gerufen wird, obwohl keine Not herrscht, rufe (ok, manche würden sagen brülle) ich vom EG ins OG „Es reicht! Es ist Schlafenszeit!“ hoch. Die Jungs haben schnell verstanden, dass es wirklich reicht und ich muss nur noch ganz selten hoch zu ihnen. Unsere Tochter ist da etwas dickköpfiger und kommt trotzdem runter. Eine zeitlang saß ich auf der Treppe vor ihrem Zimmer und hab darauf gewartet, dass sie einschläft. Leider hat das nur ein paar Wochen funktioniert und sie versuchte mich später immer in Gespräche zu verwickeln. Wir haben uns nach langen Diskussionen und Heulanfällen ihrerseits darauf geeinigt, dass diesmal sie auf der Treppe sitzen darf so lang sie will, aber diesen Bereich nicht verlässt. Das findet sie so langweilig, dass sie es nicht lange aushält und sich nach ein kurzer Zeit freiwillig ins Bett bringen lässt und auch dort bleibt. Auf die Treppe setzen und hochbrüllen klingt vielleicht ein bisschen fies, aber ich bin abends immer so müde und will dann einfach meine Ruhe haben. Ich denke auch, dass die Kinder das mal aushalten können. Sie weinen auch nicht darüber sondern motzen eher zurück und geben dann nach. Und das kann ich aushalten.

So, jetzt würde mich interessieren was Ihr macht, wenn Eure Kinder die Verzögerungstaktik anwenden! Und was ist der bei Euch meistbenutzte Satz zum Zeitschinden?